Idiotentest MPU? Nur so bestehst Du die lästige Prüfung!

Alkohol oder Drogen am Steuer sind – um es vorsichtig zu formulieren – eine ziemlich bescheidene Idee. Unangenehm wird es erst recht, wenn Du in berauschtem Zustand von der Polizei angehalten wirst. Im schlimmsten Fall drohen Dir der Führerscheinentzug und ein damit verbundener Idiotentest, möchtest Du Deine Fahrerlaubnis zurück erlangen.
 


 

Du musst aber nicht sofort um Deinen Führerschein bangen. Eine Medizinisch-Psychologische Untersuchung (kurz MPU) fällt in den folgenden Fällen an:

1. Falls der Verdacht auf Alkoholabhängigkeit besteht. Im Klartext: Wer um 13 Uhr mit über 1 Promille am Steuer erwischt wird, muss mit der Anordnung einer MPU rechnen.

2. Solltest Du wiederholt unter Alkoholeinfluss am Steuer erwischt werden. Bis zu einem Promillegehalt von 1,1 ‰ spricht das Gesetz nur von einer Ordnungswidrigkeit. Wirst Du allerdings in kurzem Abstand mehrmals mit beispielsweise 0,6 ‰ aus dem Verkehr gezogen, kann es zum Führerscheinentzug und der Anordnung einer MPU kommen.

3. Nach einmaliger Fahrt unter hohem Alkoholeinfluss. Wirst Du mit einem Promillegehalt von über 1,6 ‰ erwischt, verlierst Du die Fahrerlaubnis und es erfolgt die Anordnung einer MPU, auch wenn es der erste Verstoß mit Alkohol am Steuer war.

4. Falls bekannt ist, dass Du als Verkehrsteilnehmer unter Alkoholeinfluss den Verkehr gefährdest. Dies ist eine gute Möglichkeit für deine besorgten Freunde und Deine Familie, Dir bei Deinem Problem zu helfen.

5. Beim Fahren unter Einfluss von illegalen Drogen.

 

Um den Idiotentest zu bestehen, musst Du Einiges tun. Ist der Führerschein weg, darfst Du meist für zwölf Monate nicht fahren. Ungefähr drei Monate vor Ende des Fahrverbots solltest Du den Antrag auf die MPU stellen. Die restlichen neun Monate vor Beantragung der MPU solltest Du aber auf keinen Fall ungenutzt verstreichen lassen! Werde aktiv! Denn bei der Untersuchung möchte der für Deinen Fall zuständige Psychologe erfahren, ob Du überhaupt in der Lage bist, Deine Finger vom Alkohol zu lassen, wenn Du fährst. Lediglich zu versichern, dass Du nach der nächsten Feier die U-Bahn nimmst, wird nicht genügen.
 

Aus medizinischer Sicht solltest Du Dich Untersuchungen unterziehen, die über einen längeren Zeitraum (am Besten 6 Monate oder länger) Deine Alkoholabstinenz beweisen. Ein solches Zertifikat gilt als grundlegend, in vielen Fällen wird es sogar vorausgesetzt.

 

Noch schwieriger wird’s bei den psychologischen Tests: Du musst den zuständigen Psychologen glaubhaft davon überzeugen, dass Du Dich unter keinen Umständen mehr in alkoholisiertem Zustand ans Steuer setzt. In der Regel hilft es, an speziellen Informationsveranstaltungen zu diesem Thema teilzunehmen. Außerdem solltest Du – so schwer es auch fallen mag – eine Therapie machen, um Deine Verhaltensänderung zu verdeutlichen.

Wenn Du denkst, es würde genügen, kurz vor Ablauf des einjährigen Fahrverbots den Test zu absolvieren, wirst du bitter enttäuscht werden. Die Untersuchung besteht aus mehreren Teilen: Zum einen wird vor Ort eine medizinische Untersuchung durchgeführt. Außerdem musst Du mit einem ausgesuchten Psychologen über das Geschehene reden und glaubhaft machen, dass so eine Aktion nie wieder vorkommen wird. Hinzu kommen Tests zu Deinem Reaktionsvermögen.

Verläuft die Untersuchung negativ, musst Du den Antrag auf das Erteilen der Fahrerlaubnis zurückziehen und leider weiterhin mit dem Fahrrad zur Arbeit. Den Antrag kannst Du jederzeit neu stellen, die zugrunde liegenden Probleme sollten hierfür jedoch behoben sein. Hast Du den Idiotentest bestanden, bekommst Du Deinen Führerschein zurück und kannst fortan stolz sein: Du bist jetzt ein staatlich anerkannter Idiot!

Wie gefährlich sind Medikamente am Steuer?

Auto-, Bus-, Motorrad- oder Fahrradfahren – ein No-Go, wenn Du Alkohol getrunken oder illegale Drogen konsumiert hast. So weit, so gut und nichts Neues. Dass aber auch viele Arzneimittel die Fahrtüchtigkeit gewaltig beeinflussen können, ist den Wenigsten bewusst.

 

 

Wir Deutschen nehmen gut und gerne allerlei Medikamente zu uns. Wie die Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände (ABDA) in ihrem Bericht “Die Apotheke: Daten, Zahlen, Fakten 2015” berichtet, wurden 2014 insgesamt 1.391 Mio. Packungen an Arzneimitteln in Deutschland verkauft. 37,5 Prozent (1.391 Mio. Packungen) dieser Medikamente dienten dabei zur Selbstmedikation, waren also entweder frei verkäufliche Arzneimittel oder apothekenpflichtige, aber nicht verschreibungspflichtige Medikamente. Auch wenn diese Arzneimittel zum Teil recht leicht zu erwerben sind, solltest Du die Risiken nicht unterschätzen. Viele der Medikamente weisen untereinander Wechselwirkungen auf und einige können darüber hinaus die Fahrtüchtigkeit über mehrere Stunden, teilweise bis zu 16 Stunden nach Einnahme, stark beeinflussen.


Was passiert, wenn du unter Medikamenten-Einfluss fährst?

Die größte Gefahr geht von Arzneimitteln aus, welche auf Dein Gehirn oder/und Dein Herzkreislaufsystem wirken. Natürlich fallen Wirkung und Nebenwirkung bei jedem Menschen geringfügig unterschiedlich aus (abhängig von: Alter, Geschlecht, Gewicht / Einnahme regelmäßig oder sporadisch / an die Dosierungsvorschriften gehalten oder nicht / Wechselwirkung mit andren Medikamenten), dennoch ist es Fakt, dass bestimmte Arzneimittel Deine geistige und körperliche Leistungsfähigkeit stark herabsetzten. Im Straßenverkehr bist Du dann leider völlig unbrauchbar, oft sogar als Fußgänger.

Wenn Du Auto fährst und Medikamente oder Präparate, auch frei verkäufliche, zu Dir nimmst, solltest Du dies immer mit einem Arzt oder Apotheker absprechen. Vergiss dabei nicht, alle, wirklich alle Arzneimittel aufzuzählen, die Du nimmst, um auch ein mögliches Risiko durch Wechselwirkungen auszuschließen.

 

Richtiger Umgang mit Medikamenten

  • – Auswirkungen auf die Fahrtüchtigkeit ALLER Medikamente abklären!
  • – Mögliche Wechselwirkungen unterschiedlicher Arzneimittel berücksichtigen!
  • – Beipackzettel beachten!
  • – Aufmerksam auf Warnzeichen wie Schwindel oder Müdigkeit achten!
  • – Genauestens an die Angaben zur Dosierung halten!
  • – Besondere Vorsicht ist bei Alkohol geboten! Bei der Einnahme von Schlafmitteln oder Psychopharmaka unbedingt auf Alkohol verzichten!
  • – Setze Deine Medikamente niemals selbstständig ab, ohne mit Deinem Arzt gesprochen zu haben!

 


Ein besonderes Risiko für die Fahrtüchtigkeit geht von folgenden Medikamenten aus:



Antiasthmatika

= gegen Asthma.
Kann die Teilnahme am Straßenverkehr besonders bei hohen Dosen stark beeinflussen.


Antibiotika

= gegen Infektionskrankheiten durch Bakterien.
Das Reaktionsvermögen kann beeinflusst werden. Sehr selten kommt es sogar zu Kurzsichtigkeit und akuten Psychosen.


Antidiabetika

= gegen Diabetes.
Mögliche Unterzuckerung (Hypoglykämie) vor allem bei Neueinstellung und Umstellung. Anzeichen: Unruhe, Verwirrtheit, Schwitzen, Zittern, Sehstörungen, Konzentrationsschwäche, Krampfanfälle, Koma.


Antiepileptika

= gegen Epilepsie.
Können je nach Dosierung besonders ein bis vier Stunden nach Einnahme stark beruhigend wirken und müde machen.


Antihistaminika

= heben die Wirkung des körpereigenen Botenstoffs Histamin auf.
Reaktions- und Wahrnehmungsvermögen kann durch Sedierung herabgesetzt werden.


Antihypertensiva

= gegen Bluthochdruck.
Besonders zu Beginn der Behandlung kann es zum plätzlichen Blutdurckabfall kommen. Anzeichen: Sehstörungen, Kopfschmerzen, Schwindel, Kreislaufkollaps, Benommenheit, Müdigkeit, herabgesetztes Reaktionsvermögen auch noch nach längerer Einnahme möglich. Unbedingt auf Alkohol verzichten!


Antikoagulantien

= Blutverdünner.
Bergen die Gefahr akuter Blutungen. Die Behandlung sollte regelmäßig ärztlich überwacht und die Fahreignung durch ein entsprechendes Attest bestätigt werden.


Anorektika

= Appetitzügler.
Puls- und Blutdruckerhöhungen sind mögliche Risikofaktoren.


Nichtsteroidales Antirheumatikum

= entzündungshemmende Schmerzmittel.
Mögliche Nebenwirkungen: Müdigkeit, Schwindel, Atemwegsverkrampfungen und Blutdruckabfall bis hin zur Schockreaktion.


Erkältungsmittel


Mögliche Nebenwirkungen, auch bei ordnungsgemäßer Dosierung: Müdigkeit, Benommenheit, Schwiindel, verlängerte Reaktionszeit, Nervosität und Herzklopfen.


Koronarmittel

= Herzmittel.
Beeinträchtigung des Reaktionsvermögens, beeinträchtigende Blutdrucksenkung.


Magen-Darm-Mittel


Beeinträchtigung des Reaktionsvermögens, Schwindel, Müdigkeit, Kopfschmerzen, Verwirrtheit, Unruhe. Unbedingt auf Alkohol verzichten!


Narkotika

= zur ambulanten Kurznarkosen, Lokalanästhesien. , Allgemeinanästhetika.
24 Stunden Fahrverbot nach ambulanten Operationen! Beeinträchtigung psychomotorischer Funktionen.


Ophthalmika

= Augenheilmittel.
Störungen der Akkomodation, erhöhte Blendempfindlichkeit, gestörtes Sehvermögens, schlechteres Reaktionsvermögen.


Psychopharmaka

= Neuroleptika, Antidepressiva, Tranquilizer.
Dämpfung, Antriebsminderung und -steigerung, Störungen von Psychomotorik und Koordination, Kreislaufbeschwerden, niedrigere Krampfschwelle, Dämpfung des zentralen Nervensystems.


Sedativa, Hypnotika

= Beruhigungs- und Schlafmittel.
Auswirkungen auf psychomotorische Funktionen, besonders durch lange Halbwertszeiten und die Anreicherung im Körper. Dämpfung des zentralen Nervensystems, Beeinträchtigung der Muskelfunktion, vermindertes Reaktions- und Leistungsvermögen, schlechte Konzentrationsfähigkeit.


Stimulantien

= Aufputschmittel.
In Mitteln gegen Grippe sind häufig Aufputschmittel enthalten. Diese gaukeln dir vor, dass du dich schnell viel besser und fitter fühlst. Lässt die Wirkung jedoch wieder nach, überkommt dich oft eine große Müdigkeit, die für die Teilnahme am Straßenverkehr enorme Gefahren birgt.
 


Und was, wenn etwas passiert?


Grundsätzlich gibt es kein Gesetz, welches Dir vorschreibt, ob oder ob nicht Du Auto fahren darfst, wenn Du Medikamente genommen hast. Verursachst Du jedoch einen Unfall und es wird durch einen Bluttest festgestellt, dass Du beispielsweise Beruhigungsmittel eingenommen hast, kann dies nicht nur Geldstrafen und Fahrverbot nach sich ziehen. Auch der Kaskoversicherungsschutz erlischt und bei schweren Unfällen droht Dir sogar eine Freiheitsstrafe.

 


In folgenden Fällen gilt ein allgemeines Fahrverbot

  • – in den ersten 24 Stunden nach einer Narkose
  • – nach der Einnahme von starken Schmerzmitteln wie z.B. Opioid-Analgetika
  • – nach Untersuchungen an Deinen Augen, bei welchen Deine Pupillen, meist durch spezielle Tropfen, geweitet wurden und die Sehschärfe beeinträchtigt ist.

 

Was passiert wirklich, wenn Du betrunken Auto fährst?

Autofahren bedeutet Freiheit, Spaß und Nervenkitzel. Viele scheinen die Verantwortung gegenüber sich selbst und anderen Teilnehmern am Straßenverkehr dabei aber zu vergessen. Sei kein Idiot und fahre nicht, wenn Du was intus hast! Auch wenn Du denkst, das sei schon o.k. – es ist es nicht!

 

 

Rechtsgrundlage

Außer für Fahranfänger in der Probezeit und Fahrer unter Vollendung des 21. Lebensjahrs, für welche ein absolutes Fahrverbot nach Alkoholkonsum gilt, gibt es in Deutschland seit 1998 die 0,5- Promillegrenze. Diese solltest Du aber auf keinen Fall als Einladung dafür sehen, begeschwipst zu fahren! Wenn Du auffällig fährst, bekommst Du bereits bei einem Wert von 0,3 Promille Probleme mit der Polizei. Der Führerschein kann Dir dann auch bei diesem Wert entzogen werden. Solltest Du mit 1,1 Promille oder mehr erwischt werden, begehst du eine Straftat, egal ob Du auffällig fährst oder nicht.

Generell solltest Du auf Alkohol am Steuer gänzlich verzichten, gerade deshalb, weil für Dich kaum einschätzbar ist, welchen Promillewert Du hast. Sich an die Obergrenze “heran zu trinken” klappt meist mehr schlecht als recht, weil Alkohol ganz unterschiedlich schnell ins Blut aufgenommen wird und die höchste Blutalkoholkonzentration meist erst eine Stunde nach dem Trinken am höchsten ist. Zudem ist der Wert von vielen verschiedenen Faktoren abhängig, so zum Beispiel von der Art des Getränkes (Alkohol aus zuckerhaltigen, warmen oder mit Kohlensäure versetzten Getränken wird schneller aufgenommen), dem Füllstand Deines Magens, Deiner Größe, Deinem Gewicht, aber auch Deiner Toleranzgrenze oder der Einnahme von Medikamenten.

 

Alkoholfahrten werden nach unterschiedlichen Promillegrenzen gewertet

  • – bis 0,5 Promille keine Ordnungswidrigkeit
  • – 0,5 bis 1,09 Promille: Ordnungswidrigkeit
  • – ab 1,1 Promille: Straftat
  • – Ab 1,6 Promille: Straftat und Anordnung der medizinisch-psychologischen Untersuchung (MPU)

 

Diese Promillegrenzen sind als Richtwerte gedacht. Fährst Du auffällig oder bist Du an einem Unfall beteiligt, können durchaus härtere Strafen angeordnet werden, auch wenn Du zum Beispiel nur einen Wert von 0,4 Promille hast.

 

Auswirkungen von Alkohol

Wie bereits gesagt, hängen die Stärke und der Umfang der Wirkung von Alkohol auf Deinen Körper von vielen individuellen Faktoren ab. Nichtsdestotrotz gibt es Auswirkungen, die der Alkohol herbeiführt und die das Fahren unter Alkoholeinfluss so gefährlich machen. Dazu gehört zum Beispiel, dass Deine Sicht mehr und mehr verschwommen und unscharf wird, sich Deine Konzentration verringert und Du gleichzeitig ungehemmter und risikobereiter wirst. Zudem verlangsamt sich Deine Reaktionszeit unter Alkoholeinfluss sehr stark: Bei einem Blutalkoholwert von 0,8 Promille verdoppelt sich Deine Reaktionszeit!

 

Die Alkoholkontrolle

Gerätst Du in eine Alkoholkontrolle, wird die Polizei zunächst Deine Atemalkoholkonzentration (AKK) messen. Dafür musst Du für einige Sekunden in ein Messgerät pusten. Dieses misst in der Einheit Milligramm Alkohol je Liter Atemluft (mg/l). Um den Promillewert festzulegen, wird der AAK-Wert mit dem Faktor 2 multipliziert. Liegt Dein AAK-Wert also über 0,25 mg/l (0,25 x 2 = 0,5 Promille), wirst Du mit aufs Revier kommen müssen, um Dir Blut abnehmen zu lassen und so genaueres über Deinen Alkoholkonsum heraus zu finden. Dabei wird die Blutalkoholkonzentration in Promille angegeben, also wie viel Gramm Alkohol pro Liter Blut enthalten sind. So beträgt zum Beispiel die Blutalkoholkonzentration bei 1.2 Alkohol je Kilogramm Blut 1,2 ‰.

 

Der Bußgeldkatalog 2016

Fahren unter Alkoholeinfluss wird gemäß seiner enormen Gefährdung für alle Teilnehmer des Straßenverkehrs mit sehr hohen Busgeldern bestraft. Außerdem riskierst Du Punkte in Flensburg und sogar den Führerscheinentzug.

 

Verstoß: Alkohol am Steuer Punkte Bußgeld Fahrverbot
Fahren mit 0,5 – 1,09 ‰ 2 500 € 1 Monat
bei einem vorherigen Verstoß 2 1000 € 3 Monate
bei 2 vorherigen Verstößen 3 1500 € 3 Monate
Fahren mit 1,1 ‰ oder mehr 3 Freiheits- oder Geldstrafe bis 3000 € meist 6 Monate Führerscheinentzug
Null-­Pro­mille-­Re­gel bei Fahr­an­fäng­er nicht ein­ge­halten 1 250 €