5 Wüstenrennen, die jeder Motorsport-Fan kennen sollte

Du liebst schnelle Fahrzeuge, holprige Pisten, staubige Luft und die pralle Sonne. Doch vor allem machst du dich gerne schmutzig. Ok, vielleicht siehst Du anderen auch nur gerne dabei zu. Auf jeden Fall solltest Du folgende fünf ultimative Wüstenrennen als echter Motorsport-Fan und Wüsten-Enthusiast unbedingt kennen.

1. Baja 1000

Das Baja 1000 genannte und den Rallye Raids ähnliche Rennen auf der niederkalifornischen Halbinsel Mexikos zählt zu den längsten und härtesten Auto- und Motorradrennen der Welt. Entstanden ist es aus der Hippie-Kultur der 1960er und gefahren wurden damals Buggies: VW-Käfer-Fahrzeuge, denen das Dach abgeschnitten und zu großen Teilen eine leichte Kunststoff-Karosserie ohne Dach und Türen aufgesetzt wurde. Mittlerweile gelten Buggies und Käfer in keiner Weise mehr als konkurrenzfähig; um das Rennen Baja 1000 hat sich in den letzten 30 Jahren ein strenges Reglement und eine professionelle Veranstaltung entwickelt, die mit den Hippie-Anfangsjahren nichts mehr gemein hat. Die seit vielen Jahren verwendeten Fahrzeuge sind in aller Regel allradgetriebene Spezialkonstruktionen, wie sie ähnlich auch beim Autocross (die Optik betreffend) oder bei der Rallye Dakar (die Technik betreffend) Verwendung finden. Jedoch ist die Beteiligung an den Baja 1000 immer noch eher eine Privatangelegenheit, da sich große Automobilkonzerne kaum beteiligen. Startpunkt des Rennens ist Ensenada, das Ziel liegt bei Cabo San Lucas. Eine Entfernung von insgesamt mindestens 1000 Meilen, zuweilen aber auch 1300 Meilen, muss dabei bewältigt werden. Im Jahr 2005 erschien der Film Dust to Glory. Er dokumentiert verschiedene Zeitepochen der Baja 1000 (hauptsächlich den Event 2003), beleuchtet Hintergründe, Wissenswertes wie die verschiedenen Rennklassen (Trophy Trucks, Buggies usw.) sowie die Stars der Szene.
 

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2. Rallye Dakar

Die Rallye Dakar gilt als die berühmteste Langstrecken- respektive Wüstenrallye der Welt. Sie wurde von 1978 bis 2007 einmal jährlich hauptsächlich auf dem afrikanischen Kontinent ausgetragen. 2016 fand die 38. Auflage vom 2. bis 16. Januar in Argentinien und Bolivien statt. Neben einem Prolog von Buenos Aires nach Rosario wurden 13 Etappen und 9246 km Strecke (4792 davon flossen in die Wertung mit ein) gefahren. Im Gegensatz zu beispielsweise den Läufen zur Rallye-Weltmeisterschaft (WRC), bei denen während eines langen Wochenendes eine Reihe von kurzen Prüfungen gefahren werden, ist „die Dakar“ als Rallye Raid ein echtes Marathonrennen, bei dem einzelne Etappen von über 800 km Länge zurückgelegt werden, der Großteil davon auf Wüstenboden. Erschwerend wirkt sich die Tatsache aus, dass die Teilnehmer – mit Ausnahme eines Ruhetags in der Mitte des Rennens – jeden Tag unterwegs sind. Insbesondere für Privatiers ohne Werksunterstützung oder Mechanikerteam bedeutet dies eine enorme Belastung: Sind die Etappen innerhalb des festgesetzten Zeitlimits bewältigt, müssen die Privatiers ihr Fahrzeug selber reparieren oder Verschleißteile wechseln. Wenn diese Fahrer das Ziel erst in der Nacht erreichen, müssen Schlaf und Service also reduziert oder der Start zur nächsten Etappe verschoben werden. Insgesamt beträgt die Ausfallquote bei Motorrädern und Autos deshalb jeweils weit über 50 Prozent.Durch die hohe Anzahl von Todesfällen bei Rennfahrern, Zuschauern und im Organisationsteam geriet das Rennen immer wieder in die Schlagzeilen, entwickelte sich aber trotzdem (oder auch deshalb) zu einem der bekanntesten Sportereignisse weltweit. Der Marathon hat seit seinem Debüt über 60 Menschenleben gefordert.
 


 

3. Rallye Marokko

Die Rallye Marokko ist die kleine Schwester der Rallye Dakar und für viele der Fahrer die letzte Vorbereitung dem Rennen in Dakar. Sie ist die größte Cross-Country-Rallye in Afrika. Die mehr als 250 Fahrer nehmen mit Motorrädern, Quads, Autos und Trucks teil und müssen eine Strecke von rund 2000 Kilometern hinter sich lassen. Die Carta 2016 fand vom 7. bis 14. März statt und wurde je nach Erfahrung in vier Kategorien unterteilt: GPS Challenge, Cross Country, No Limit und Discovery. Die Rallye startete in Merzouga mit anspruchsvollen, hohen Dünen und ging über M’hamid auf schnellen Pisten hinüber zum Atlantik nach Tan-Tan.
 


 

4. Der Große Preis von Abu Dhabi

Der Große Preis von Abu Dhabi ist ein Motorsportrennen im Rahmen der Formel 1. und das erste Rennen fand am 1. November 2009 statt. Die Strecke wurde vom Aachener Architekten Hermann Tilke entworfen. Im Gegensatz zu vielen anderen von diesem Architekturbüro geplanten Kursen, die bisweilen für ihre sterile Atmosphäre kritisiert worden sind (zum Beispiel Sepang, Shanghai oder Manama), ist der Kurs von Abu Dhabi ungleich spektakulärer. Er ist teilweise dicht um ein künstliches Hafenbecken geführt und erinnert mit den darin liegenden Yachten an die Hafenpassage des Stadtkurses von Monaco. Ein weltweites Novum ist die Boxenausfahrt, die durch einen Tunnel unter der Auslaufzone der ersten Kurve verläuft und in den Anfang der darauffolgenden Passage mündet. Die Start- und Zielgerade ist relativ kurz, Turn 1 ist eng und bietet deshalb wenig Überholmöglichkeiten. Des Weiteren führt die Strecke unter einem brückenähnlichen Teil des spektakulären Yas-Hotels hindurch, welches mit seiner Fassade an die Allianz Arena in München erinnert.
 

 

5. Der Große Preis von Katar

Der Große Preis von Katar ist ein Motorrad-Rennen, das seit 2004 ausgetragen wird, seitdem zur Motorrad-Weltmeisterschaft zählt und auf dem Losail International Circuit nahe Doha stattfindet. Rekordsieger ist der Australier Casey Stoner, der das Rennen, in verschiedenen Klassen, insgesamt fünfmal gewinnen konnte. Der große Preis von Katar 2016 fand am 20. März 2016 statt und ging über eine Distanz von 22 Runden à 5,380 km, was einer Gesamtdistanz von 118,36 km entspricht.
 


 

7. April 2016