5 Tipps für Deine perfekte Motorradtour

Wer sein Bike nur im Alltag fährt, hat Motorradfahren nicht verstanden. Was wirklich zählt, ist die Freiheit, die Weite, Du und die Straße bei Deinen regelmäßigen Touren. Damit Du diese noch mehr genießen kannst, haben wir für Dich die wichtigsten Tipps zusammengetragen.

 

 

1. Plane Deine Pausen und nutze sie effektiv

Motorradfahren bringt nicht nur Freude, sondern kann für Deinen Körper auch anstrengend werden. Genau genommen ist Motorradfahren gleich anstrengend wie Wettkampfsport. Deshalb solltest Du schon vor Deiner Fahrt überlegen, wie lange Du wirklich durchhältst. Fährst Du zu lange an einem Stück, sinkt Deine Aufmerksamkeit und das Risiko für Unfälle steigt. Zudem wird dein Herz-/Kreislaufsystem stark belastet. Mach deshalb bei den ersten Anzeichen von Erschöpfung unbedingt eine Pause. Vom Autofahren kennst Du bestimmt den Zweistundenrhytmus für Pausen, wenn Du aber auf Deinem Bike unterwegs bist, kann dieser Zeitraum zu lange sein.

Deine Pausen solltest Du außerdem bewusst und effektiv nutzen. Anstatt nur auf die Toilette zu gehen, zu tanken und lässig Deine Kippe zu rauchen, mach‘ Dehn- und Lockerungsübungen. Augengymnastik kann zudem helfen, Deine Augen wieder feucht zu bekommen. Also keine falsche Scheu! Schneide Grimassen und rolle mit den Augen, auch wenn Dich alle andren für verrückt halten werden.

Bei Touren durchs Gebirge: Auch bei guter Kondition sollte Dein Tagespensum bei kleinen Nebenstraßen und extremen Pässen mit unbefestigten Straßen höchstens 200 Kilometer betragen. Bei kurvenreichen Straßen und einigen höheren Pässen sind 300 Kilometer das Limit. Plane bei Gebirgstouren außerdem auf jeden Fall die Tankstopps, all zu viele Möglichkeiten gibt es in den Alpen oder Pyrenäen nicht.

 

2. Ich packe meinen Koffer – und zwar sinnvoll!

Je länger Du auf Reisen gehst, desto mehr Gepäck wirst Du brauchen. Dass Du Dich in Zurückhaltung üben und möglichst wenig Zeug mitnehmen solltest, ist klar. Darüber hinaus sind folgende Punkte wichtig:

  1. Packe schwere Gegenstände in den Tankrucksack. Lenkereinschlag und Dein Blick auf Instrumente, Kontrollleuchten und in den Rückspiegel dürfen nicht vom Tankrucksack beeinträchtigt werden! Wenn Du diesen mit einem Riemen festzurrst, mach eine Probefahrt und fahre enge Kurven: Sitzt alles fest, ohne dass Schläuche abgedrückt werden oder das Zündkabel herausgezogen wird?
  2. Schwere Gegenstände in den Seitenkoffern solltest Du grundsätzlich nach unten packen. So sind sie nach am Schwerpunkt Deiner Maschine verstaut. Achte außerdem darauf, dass Du das Gewicht rechts und links gleichmäßig verteilst, und achte auf die Angaben des Herstellers bezüglich Höchstgewicht und -geschwindigkeit.
  3. Im Topcase oder auf einem Gepäckträger darfst Du nur leichte Gegenstände platzieren! Ansonsten läufst Du Gefahr, die Achslastverteilung so zu verändern, dass die Fahrstabilität darunter leidet. Deshalb: Rund 45 % der Achslast auf dem Vorderrad solltest Du nicht unterschreiten.
  4. Komm erst gar nicht auf die Idee, vorne im Bereich der Lenkachse (Lenker, Kotflügel, Gabel) etwas zu verstauen. Machst Du es doch, riskierst Du einen unschönen Unfall.

 

3. Die drei großen B

Beleuchtung, Bereifung und Bremsen – diese Bereiche solltest Du vor jeder Fahrt überprüfen:

  1. Beleuchtung: Funktionieren Fern- und Abblendlicht, Brems- und Rücklicht, Blinker und Kennzeichenbeleuchtung und die dazugehörigen Schalter? Du bist alleine und weißt nicht, wie Du das überprüfen sollst, wenn Du doch absteigen musst? Lass Dir von Gummizug (Handbremshebel) und Gewichten (Fußbremse) helfen!
  2. Bereifung: Mindestprofiltiefe von 1,6 Millimetern eingehalten? Genug Luftdruck und Ventilkappen vorhanden? Reifen beschädigt?
  3. Bremsen: Sind alle Leitungen und Schläuche dicht oder gibt es abgescheuerte Stellen? Wie abgenutzt sind die Bremsbeläge? Ist genug Bremsflüssigkeit vorhanden? Ist die Bremsflüssigkeit noch gut? (Jedes Jahr wechseln, spätestens alle zwei Jahre!) So testest Du die Bremswirkung: Hinterrad und Vorderrad bis zur Blockiergrenze bremsen. Baut sich der Bremsdruck schnell auf und nach dem Lösen der Bremse wieder genauso schnell ab, ist alles im grünen Bereich.

 

4. Sei länger fit durch Gehörschutz

Dass auf Touren eine ausreichende Wasseraufnahme und Päuschen für Erholung und Snack dafür sorgen, dass Du möglichst lange konzentriert bist, ist jedem Biker klar. Was Du vielleicht nicht wusstest: Auch Stress durch einen konstanten Lärmpegel kann Dich müde und erschöpft machen. Als Folge sinkt deine Konzentration und das Risiko für Unfälle steigt. Um dem gegen zu wirken, empfehlen wir Dir den Gebrauch eines Hörschutzes. So kannst Du nervigen Lärm von Motor, Fahrtwind und Reifen minimieren und bist länger fit. Übertreib es aber nicht! Wenn Du gar nichts mehr hörst und somit auch keine Warnhinweise wahrnimmst, ist dies ein Verstoß gegen § 23 der StVO.
Gut geeignet:

  1. Vom Hörakustiker individuell angefertigte Otoplastiken ab 50 Euro. Bei leichter Handhabung und gutem Tragekomfort halten sie mehrere Jahre
  2. Waschbare Langzeit-Ohrenstöpsel aus dem Motorrad-Fachhandel mit Wechselfilter ab 20 Euro.
  3. Einmalig verwendbare und vorgeformte/formbare Ohrstöpsel aus Schaumstoff zwischen 3,50 und 5 Euro.

 

4. Your smartphone ist your life vest

Du machst Dich auf, um die Welt zu erkunden, doch im Gegensatz zu Columbus und Co. kannst Du Dir in vielen Lebenssituationen dank Internet und Handy helfen lassen – your smartphone is your life vest – sozusagen. Wir haben die besten Reise-Apps hier für Dich zusammengesucht.
 

9. Juni 2016