Rückenprotektor richtig kaufen

Auch wenn Du hoffst, dass Du ihn niemals brauchst – der Rückenprotektor ist für Motorradfahrer mit das Wichtigste für sicheres Fahren. Der Markt ist dementsprechend groß, wodurch der richtige Kauf schnell kompliziert werden kann. Was darf ein guter Protektor kosten? Worauf kommt es an? Worauf musst Du achten?
 

 

Schaut man sich das Angebot an Rückenprotektoren an, wird eines schnell klar: Die eine Lösung gibt es nicht. Es werden viele unterschiedliche Modelle geboten, die zuweilen sehr verschieden sind. Die einen kommen aus hartem Material daher, die anderen lassen sich zusammen knautschen, einige sind in die Motorradkleidung zu integrieren, andere legst Du Dir um die Taille. Eines ist jedoch klar: Die meisten Motorradjacken haben nicht schon beim Kauf einen Protektor integriert. Auch wenn es sich so anfühlt, handelt es sich meist nur um dünne Polster, die Dir kaum helfen werden, wenn es darauf ankommt. Die wichtigsten Merkmale und Unterschiede:
 

Hartschalenkonstruktionen

Vorreiter und Marktführer dieser Art von Rückenprotektoren ist der italienische Hersteller Dainese. Bei diesen Konstruktionen soll die harte Schale den Aufschlag möglichst großflächig verteilen und so gefährliche Belastungsspitzen vermeiden. Zudem bietet der Protektor Durchdringungsschutz, was laut Dainese nach jahrzehntelanger Erfahrung in der Ausrüstung von Profi-Rennfahrern durchaus sinnvoll ist.
 

Protektor als Knautschzone

Diese Rückenprotektoren folgen einem gänzlich anderen Prinzip. Dieses besagt, dass der Aufprall möglichst gut abgefangen und gedämpft werden muss. Die viskoelastischen Schäume sind mit dem Airbag im Auto vergleichbar. Die einwirkende Energie wird über einen langen Zeitraum verteilt und ruckartige Einwirkungen auf die Knochen werden abgefangen.
 

Protektor zum Einschieben in die Jacke oder separater Rückenschutz?

Trägst du Textilkombis, empfiehlt sich für Dich eher ein Protektor zum Umschnallen oder eine Weste, da nur so sichergestellt werden kann, dass der Schutz immer fest an Ort und Stelle an Deinem Körper anliegt. Bist Du hingegen in einer Lederkombi unterwegs, könnte diese Art von Protektor unter der engen Kluft drücken. Eine Lösung, die Du nachträglich in Deine Jacke integrierst, ist deshalb besser geeignet.
 

Worauf achten beim Kauf?

Beim Kauf kommt es nicht nur auf die Konfektionsgröße an. Wichtig ist vor allem, dass möglichst viel Fläche von Deinem Rücken abgedeckt ist. Idealerweise reicht der Protektor von den Nacken- bis zu den Lendenwirbeln. Um den passenden Schutz zu finden, solltest Du Deinen Schulter-/Taillenabstand messen lassen. Auf den Rückenprotektoren kannst Du dann ablesen, ob er für Deine Größe geeignet ist.

Da visoelastische Schäume temperaturabhängig sind, solltest Du zur Anprobe genug Zeit mitzubringen. Denn erst nach einigen Minuten am Körper erreichen sie ihre Arbeitstemperatur und entwickeln ihren ganzen Tragekomfort. Auch bei allen anderen Protektoren gilt: Achte auf die Ergonomie! Denn was bringt der beste Schutz, wenn Du ihn am Ende nicht trägst? Nichts!

Kaufe außerdem nur Rückenprotektoren, die nach der Europa-Norm EN 1621-2 zertifiziert sind. Diese Norm legt den Mindest-Abdeckungsbereich für Rücken-Protektoren für Motorradfahrer fest, die von den Fahrern unter üblichen Verkehrsbedingungen getragen werden. Die Norm enthält Anforderungen an die Leistung der Protektoren beim Aufprall und Einzelheiten der Prüfverfahren. Einbezogen sind Anforderungen an die Größengestaltung, ergonomische Anforderungen und Anforderungen an die Freiheit von Schadwirkungen, die Kennzeichnung und die zu liefernden Informationen.

8. Juni 2016