Tuning begeistert? Deshalb solltest Du es mit dem Aufmotzen nicht Übertreiben!

Tuning erfreut sich in Deutschland großer Popularität. Egal ob Papi im Minivan, die Schraubermieze aus der Werkstatt oder coole Typen, die Vin Diesel einmal zu oft in der Fast&Furious Serie gesehen haben: Es wird geschraubt, was das Zeug hält. Die Individualität des eigenen Autos steht dabei im Vordergrund: Breitere Reifen, große Spoiler und verdunkelte Scheiben sind immer häufiger zu sehen. Auch die Leistungssteigerung des Motors durch Chiptuning oder andere Verfahren werden immer relevanter.
 

 
 

Leider sind wir in Deutschland beim Thema Tuning nicht so liberal wie die Amis. Was wir verbauen dürfen, wird klar von der Straßenverkehrs-Zulassungs-Ordnung (StVZO) und der Verordnung über die Zulassung von Fahrzeugen zum Straßenverkehr (FZV) vorgegeben. Dabei können verbaute Teile, die beispielsweise die Fahrzeugklasse ändern, zum Entzug der Betriebserlaubnis führen. Das gleiche Schicksal blüht Euch, wenn durch die Modifikationen am Auto eine Gefährdung der Verkehrssicherheit billigend in Kauf genommen wird, so zum Beispiel bei fahrlässigen Veränderungen an der Karosserie, welche die Fahrweise des Autos negativ beeinflussen. Erhöht Ihr das Abgasverhalten oder den Geräuschpegel durch Umbauten am Auspuff, kann die Betriebserlaubnis ebenfalls entzogen werden. Aus eigenem Interesse sollten alle Änderungen im Fahrzeugschein vermerkt werden: Erfolgt dies nicht, könnte der fahrbare Untersatz schneller weg sein, als manchem lieb ist. Im Klartext: Übertreibt Ihr es mit dem Tuning, müsst Ihr mit Bußgeldern rechnen und eventuell sogar damit, dass das Auto weg ist. Damit Euch das nicht passiert, die wichtigsten Punkte zusammengefasst:

 

    1. Bei allen Teilen mit einer EG- oder ECE-Genehmigung benötigt Ihr keine Änderungsabnahme oder Anbaubescheinigung. Es reicht völlig aus, wenn Ihr die Genehmigungsunterlagen und die Einbauanleitung zu Eurem Fahrzeugschein legt. Fehlen diese, kann eine Prüfung angeordnet werden.
    2. Bei allen anderen Teilen, die nicht unter diese Genehmigung fallen, muss das Auto dem TÜV vorgeführt werden. Sind die Teile richtig verbaut und gesetzlich zugelassen, bekommt Ihr eine Anbaubestätigung. Eine Änderung im Fahrzeugschein benötigt Ihr ebenfalls. Die Anbaubestätigung ist stets mitzuführen.
    3. Ist ein verbautes Teil so individuell, dass es das Fahrzeug in größerem Maße verändert, muss das Fahrzeug zur Einzelabnahme zum TÜV . Dort kann das Teil entweder zugelassen werden, oder aber es wird entschieden, dass es nicht verbaut werden darf. Darunter fällt auch, wenn sich einzelne Teile gegenseitig beeinflussen. All diese Änderungen müssen aber sofort im Fahrzeugschein aufgeführt werden, bevor Ihr Eurer getuntes Auto fahren dürft.
    4. Bei vielen Tuningteilen lohnt es sich, diese mit der Versicherung abzusprechen. So wird zum Beispiel die Leistungserhöhung des Motors von vielen Versicherungen ungern gesehen. In fahrlässigen Fällen kann sogar der Versicherungsschutz entfallen. Blöd, wenn das aufgemotzte Schätzchen ohne Versicherung dasteht.
    5. Zum Schluss noch die schlechte Nachricht: Eine Lachgaseinspritzung, Vielen auch als Nitro bekannt, ist in Deutschland noch immer illegal. Das Fazit: Alles, was Ihr aus Filmen kennt und cool findet, bleibt im Straßenverkehr weiter Fantasie.

 

8. März 2016