Was passiert wirklich, wenn Du betrunken Auto fährst?

Autofahren bedeutet Freiheit, Spaß und Nervenkitzel. Viele scheinen die Verantwortung gegenüber sich selbst und anderen Teilnehmern am Straßenverkehr dabei aber zu vergessen. Sei kein Idiot und fahre nicht, wenn Du was intus hast! Auch wenn Du denkst, das sei schon o.k. – es ist es nicht!

 

 

Rechtsgrundlage

Außer für Fahranfänger in der Probezeit und Fahrer unter Vollendung des 21. Lebensjahrs, für welche ein absolutes Fahrverbot nach Alkoholkonsum gilt, gibt es in Deutschland seit 1998 die 0,5- Promillegrenze. Diese solltest Du aber auf keinen Fall als Einladung dafür sehen, begeschwipst zu fahren! Wenn Du auffällig fährst, bekommst Du bereits bei einem Wert von 0,3 Promille Probleme mit der Polizei. Der Führerschein kann Dir dann auch bei diesem Wert entzogen werden. Solltest Du mit 1,1 Promille oder mehr erwischt werden, begehst du eine Straftat, egal ob Du auffällig fährst oder nicht.

Generell solltest Du auf Alkohol am Steuer gänzlich verzichten, gerade deshalb, weil für Dich kaum einschätzbar ist, welchen Promillewert Du hast. Sich an die Obergrenze “heran zu trinken” klappt meist mehr schlecht als recht, weil Alkohol ganz unterschiedlich schnell ins Blut aufgenommen wird und die höchste Blutalkoholkonzentration meist erst eine Stunde nach dem Trinken am höchsten ist. Zudem ist der Wert von vielen verschiedenen Faktoren abhängig, so zum Beispiel von der Art des Getränkes (Alkohol aus zuckerhaltigen, warmen oder mit Kohlensäure versetzten Getränken wird schneller aufgenommen), dem Füllstand Deines Magens, Deiner Größe, Deinem Gewicht, aber auch Deiner Toleranzgrenze oder der Einnahme von Medikamenten.

 

Alkoholfahrten werden nach unterschiedlichen Promillegrenzen gewertet

  • – bis 0,5 Promille keine Ordnungswidrigkeit
  • – 0,5 bis 1,09 Promille: Ordnungswidrigkeit
  • – ab 1,1 Promille: Straftat
  • – Ab 1,6 Promille: Straftat und Anordnung der medizinisch-psychologischen Untersuchung (MPU)

 

Diese Promillegrenzen sind als Richtwerte gedacht. Fährst Du auffällig oder bist Du an einem Unfall beteiligt, können durchaus härtere Strafen angeordnet werden, auch wenn Du zum Beispiel nur einen Wert von 0,4 Promille hast.

 

Auswirkungen von Alkohol

Wie bereits gesagt, hängen die Stärke und der Umfang der Wirkung von Alkohol auf Deinen Körper von vielen individuellen Faktoren ab. Nichtsdestotrotz gibt es Auswirkungen, die der Alkohol herbeiführt und die das Fahren unter Alkoholeinfluss so gefährlich machen. Dazu gehört zum Beispiel, dass Deine Sicht mehr und mehr verschwommen und unscharf wird, sich Deine Konzentration verringert und Du gleichzeitig ungehemmter und risikobereiter wirst. Zudem verlangsamt sich Deine Reaktionszeit unter Alkoholeinfluss sehr stark: Bei einem Blutalkoholwert von 0,8 Promille verdoppelt sich Deine Reaktionszeit!

 

Die Alkoholkontrolle

Gerätst Du in eine Alkoholkontrolle, wird die Polizei zunächst Deine Atemalkoholkonzentration (AKK) messen. Dafür musst Du für einige Sekunden in ein Messgerät pusten. Dieses misst in der Einheit Milligramm Alkohol je Liter Atemluft (mg/l). Um den Promillewert festzulegen, wird der AAK-Wert mit dem Faktor 2 multipliziert. Liegt Dein AAK-Wert also über 0,25 mg/l (0,25 x 2 = 0,5 Promille), wirst Du mit aufs Revier kommen müssen, um Dir Blut abnehmen zu lassen und so genaueres über Deinen Alkoholkonsum heraus zu finden. Dabei wird die Blutalkoholkonzentration in Promille angegeben, also wie viel Gramm Alkohol pro Liter Blut enthalten sind. So beträgt zum Beispiel die Blutalkoholkonzentration bei 1.2 Alkohol je Kilogramm Blut 1,2 ‰.

 

Der Bußgeldkatalog 2016

Fahren unter Alkoholeinfluss wird gemäß seiner enormen Gefährdung für alle Teilnehmer des Straßenverkehrs mit sehr hohen Busgeldern bestraft. Außerdem riskierst Du Punkte in Flensburg und sogar den Führerscheinentzug.

 

Verstoß: Alkohol am Steuer Punkte Bußgeld Fahrverbot
Fahren mit 0,5 – 1,09 ‰ 2 500 € 1 Monat
bei einem vorherigen Verstoß 2 1000 € 3 Monate
bei 2 vorherigen Verstößen 3 1500 € 3 Monate
Fahren mit 1,1 ‰ oder mehr 3 Freiheits- oder Geldstrafe bis 3000 € meist 6 Monate Führerscheinentzug
Null-­Pro­mille-­Re­gel bei Fahr­an­fäng­er nicht ein­ge­halten 1 250 €

 

8. März 2016