JimDrive Abenteuer Roadtrip Teil 5

Wie schnell doch die Zeit vergeht. Bereits 14 Tage sind Paul, Ara und ich nun unterwegs. Zwei spannende Wochen und 3700 Kilometer liegen hinter uns und nur noch fünf Tage und ungefähr 1700 km vor uns.
 

Nachdem wir pünktlich unsere Fähre erreichten, hieß es Abschied nehmen von Mallorca, was uns nicht besonders leicht fiel. Ja doch, man kann sagen, wir sind ein wenig verliebt in die charmante Baleareninsel und trennen uns nur ungern. Unsere Reise sollte zum Glück aber noch nicht zu Ende sein. In Barcelona angekommen, bewahrheitet sich, was unsere Freundin Martina prophezeite. Die Rambla, Barcelonas Promenade, die die Plaça de Catalunya mit dem Hafen verbindet, war übervoll. Ebenso die dazugehörige Straße, die uns vom Fährhafen aus der Stadt herausbringen sollte. Polizei hier und Polizei da. Und trotzdem, die Stadt war die Ruhe selbst. Im sechsspurigen Kreisverkehr stand einfach alles. Jedoch ohne Drängeln und ohne großartige Huperei. Ich war beeindruckt welche Geduld Los Barceloneses, wie man Barcelonas Einwohner bezeichnet, aufbringen. Auch wir übten uns in Geduld und nach einer knappen Stunde konnten wir die Stadt endlich in Richtung Olot verlassen.
 

Die Weiterfahrt war dann entspannt. In Richtung Pyrenäen waren die Straßen zwar gelegentlich schlecht ausgeleuchtet, sodass der eine oder andere Kreisverkehr wirklich sehr überraschend auftauchte, aber wir kamen trotzdem zügig voran. Mit Anbruch der Dunkelheit erreichten wir den Zeltplatz „Camping Restaurant – Les Tries“. Schnell das Nötigste ausgepackt und das Zelt aufgestellt. Am nächsten Morgen suchten wir einen der zehn Vulkane im insgesamt 120 Quadratkilometer umfassenden Naturschutzpark auf. Auf neun Gemeinden verteilt, findet man hier 40 inaktive Vulkane. Vom Zeltplatz aus waren bereis drei davon zu sehen, doch oben angekommen, machte uns der recht zugewachsene Krater nicht so richtig glücklich. Ein Stückchen erloschene Lava entschädigte zum Glück.

 

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Am gleichen Abend entschieden wir uns zu einer erneuten Änderung unserer Route: keine großen Zwischenstopps mehr! Nizza und die Ligurische Küste waren ersatzlos gestrichen, unser „Kofferraumtetris“ wurde langsam aber sicher doch etwas nervig. Letztlich war es eine weise Entscheidung, die Küste früher als geplant zu verlassen. Nun sollte es über den Grenzort Perpignan zu Frankreichs Mittelmeerküste gehen. Vorbei an Narbonne bis hin nach Montpellier direkt in Richtung Jura Gebirge, Basel und zurück nach Deutschland. Am Vorabend der Abreise machten wir alles fertig, um dann um vier Uhr in Richtung französische Grenze aufzubrechen. Kurzer Check, ob das Auto anspringt, da wir ab und an unsere Mobiltelefone im Auto geladen und auch die Kühlbox angesteckt hatten. Alles perfekt, nichts schien schief zu gehen. Hervorragend, ich liebe es, wenn ein Plan funktioniert!
 

Yvonne
Fertig gepackt, angeschnallt, Motor gestartet und es passierte – Nichts!

 

Auch der letzte Morgen am Zeltplatz verlief reibungslos. Fertig gepackt, angeschnallt, Motor gestartet und es passierte – Nichts! Nun sprang das Auto doch tatsächlich nicht mehr an! Morgens um vier Uhr, irgendwo in den Pyrenäen auf dem Zeltplatz – na super! Im Zelt hätten wir weiter schlafen können, anstatt hier im unbequemen Auto auszuharren, bis sich Hilfe anbahnte. Wir nahmen es mit Humor, obwohl es sicher ein wenig eigenartig aussah, ein schlafendes Kind in Kindersitz und zwei Leute im Auto, fix und fertig und nichts rührte sich. Zum Glück hatte ich, wie in meinem ersten Bericht erwähnt, für diese Reise die Mitgliedschaft bei JimDrive abgeschlossen. Wie froh ich in diesem Moment darüber war, könnt Ihr Euch sicher vorstellen. Zu dieser unchristlichen Zeit rief ich also in Deutschland an. Ein netter Mann nahm ab und ich klagte ihm mein Leid. Alle Daten wurden zügig aufgenommen und er wagte sich an eine erste Diagnose: „Es könnte etwas Größeres sein!“ Da ich ein durchweg optimistischer Mensch bin, meinte ich, es reiche, wenn er mir jemanden zur Starthilfe schicken würde. Denn meine Vermutung war die vor Kurzem noch getestete Batterie. Also warteten wir geduldig und versuchten, im Auto sitzend, eine Mütze Schlaf zu bekommen. Zu meiner Überraschung meldete sich bereits gegen 7 Uhr eine nette Mitarbeiterin, sie würde nun Hilfe schicken. Keine 10 Minuten später kam der Anruf der Werkstatt und um 7.30 Uhr stand der Pannenhelfer mit seinem Starterkabel auf dem Zeltplatz. Ab dann war es eine Sache von Minuten, bis mein Auto wieder fit war. Auch die übliche Zettelwirtschaft hielt sich in Grenzen. Innerhalb von 5 Minuten war alles vergessen.

 

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Super! Endlich konnten wir aufbrechen. Frühstück am Meer war nun doch recht utopisch, aber zum Mittagessen sollten wir es schaffen. Die Fahrt ging nun wie geplant über Figueres nach Perpignan. Unsere Verzögerung brachte uns an Frankreichs Mittelmeerküste leider die Rush Hour ein. Nun hieß es, wie so oft – Geduld. Es ging zwar langsam, jedoch stetig, vorwärts. Dieser zähflüssige Verkehr zog sich hin bis zu dem schönen Städtchen Narbonne. Mit der weithin sichtbaren Kathedrale Saint Just und der Via Domitia, die älteste Römerstraße, die in Gallien gebaut wurde, ist die Stadt eine echte Augenweide. Unseren Stopp am Meer legten wir in Agde ein, einer hübschen Kleinstadt, die bereits 550 v. Chr. gegründet wurde. Mit kleinem Jachthafen und einen schönen breiten Sandstrand erwartete uns das Le Cap d’Agde, das ein wenig aus der eigentlichen Stadt ausgelagerte Tourismuszentrum des Ortes. Der perfekte Ort, um sich nach bereits fünf Stunden Autofahrt den Wind um die Nase wehen zu lassen und zum letzten Mal auf dieser Reise im Mittelmeer zu baden.

 

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Nach drei Stunden Pause ging weg vom Mittelmeer weiter in Richtung Nimes und Juragebirge. Recht weit sollten wir an diesem Tag nicht mehr kommen. Wir durchquerten die wundervolle Gegend von Montpellier, Nimes, Orange bis hin nach Valence, wo wir an einem Plätzchen vorbei kamen, welches nur so zum Übernachten einlud. Gesagt – getan, das Auto zum Übernachten umgebaut und schnell geschlafen, denn gegen fünf Uhr sollte die Reise in Richtung Heimat weitergehen…
 

Bis dahin …Eure Yvonne
 

12. August 2016