JimDrive Abenteuer Roadtrip Teil 2

Ganze 2010 km liegen nach vier Tagen hinter uns. Mein Wunsch, durch Frankreichs „Pampa“ zu fahren, hat das Navi wahrlich erfüllt. Mit einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 50 – 60 km/h kämpften wir uns bis Santander immer weiter Richtung Ziel und jede Minute, jeder Kilometer war es wert!

 

Samstag 12:00 Uhr war es endlich so weit: Bürotür zu und ab nach Hause! Meine Kinder beluden voller Vorfreude unser Auto, und da wir vorher alles in Kisten verstaut hatten, erinnerte das stark an Riesen-Tetris. Die sind wirklich gut darin! Der überraschend eingetretene Sommer durchkreuzte meinen Plan, gegen 14:00 Uhr loszufahren, dann bereits im Vorfeld. Also gingen wir die Sache ganz entspannt an. Um 18:00 Uhr ging es los – „Adios amigos und au revoir!“

Weiter als bis Heidelberg sind wir an diesem Tag nicht mehr gekommen. Die Müdigkeit war stärker und die erste Nacht verbrachten wir im Auto. Nachts um 23 Uhr ein Zelt aufzubauen, darauf hatten wir nun wirklich keine Lust. Gut, das Auto ist nicht sehr komfortabel, aber ein paar Stunden würde es gehen. Es ging auch – bis die Kälte ins Auto gekrochen kam. Um 3:30 Uhr entschied ich mich, mit zwei noch schlafenden Mitreisenden weiterzufahren. Die Fahrt bis Freiburg verlief, wie erwartet, unspektakulär. Gegen Morgen wurde mein Auto durstig. Wie wir später erfahren mussten, zu einer sehr unchristlichen Zeit, am Sonntag um 06:30 Uhr.

Wir beschlossen, die Autobahn zum Tanken zu verlassen. Leider lagen die im Internet angegebenen und die tatsächlichen Öffnungszeiten der nächsten Tankstelle meilenweit voneinander entfernt. Manch einer würde sich ärgern, doch wir, wir haben Urlaub! Knapp 1 1/2 Stunden später, nach dem dritten Anlauf und der ersten Expedition ins Hinterland waren wir endlich erfolgreich. Die Reise konnte weitergehen!

Wie sich später herausstellte, besteht das Problem mit dem Tanken an Sonntagen grenzübergreifend und ich war sehr froh, mit einem vollen Tank nach Frankreich aufgebrochen zu sein. Unser Navigationssystem lotste uns auf eine kaum befahrende und trotzdem mit Blitzern übersäte Landstraße: Mulhouse – Belfort – Besançon – Dole – Chalon sur-Saône – Montceau-les-Mines – Digoin – Vichy. Eines steht fest: Mit Tankstellen ist diese Strecke nicht gesegnet! Zumindest nicht mit solchen, wie wir sie aus Deutschland kennen. Wasser kaufen? Fehlanzeige! Schlappe zwei Stunden waren wir auf der Suche, bis wir in Chalon sur-Saône endlich einen geöffneten Supermarkt fanden. Kaum wieder auf der Straße, gab es – wie sollte es auch anders sein? – Tankstellen und geöffnete Supermärkte an jeder Ecke. Ironie des Schicksals. Um 18:00 Uhr erreichten wir den Zeltplatz in Vichy. Ein sehr schönes und sauberes Fleckchen Erde! Auch die junge Frau an der Rezeption war überaus freundlich. Das „Camping de la Croix St Martin“ erhält von uns die volle Punktzahl.

 

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Da wir uns nach den ersten 1.200 km einen relaxten Vormittag auf dem Zeltplatz gegönnt haben, schafften wir es zeitlich nicht mehr, die Stadt Vichy, mit den Thermalquellen und dem Palais des Congrés, zu besuchen. Gut, zumindest sind wir bei der Weiterreise dran vorbeigefahren und was wäre ein echtes Abenteuer ohne Planänderung?  ;-).

Das Sprichwort „Viele Wege führen nach Rom Santander“ kann ich nur bestätigen: Als ich in meinem Smartphone nach dem Weg nach Santander schaute, wurden uns zehn Routen vorgeschlagen, die erheblich voneinander abwichen. Wir entschieden uns in echter Roadtrip-Manier für „Quer durch“ – bereut haben wir es nicht! Gleich zu Beginn überquerten wir das Zentralmassiv. Unsere Strecke führte direkt vorbei am Volkan Volvic – Ihr wisst schon, der mit dem Wasser aus Vulkangestein. Nach der Überquerung des Passes von über 1.000 m Höhenmetern ging es weiter nach Ussel, Bergerac und Marmande.

 

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Ab dort nahm mich mein Navi wahrhaftig beim Wort und mir wurde schnell bewusst, wieso es für nur 856 km ganze 12 Stunden berechnete. Es ging querfeldein. Unsere Durchschnittsgeschwindigkeit lag bei gerade mal 50 km/h und so war genug Zeit, die Umgebung zu genießen: Kleine, verschlafene Örtchen, urige Häuschen und Bewohner, die anscheinend noch nie ein Auto mit ausländischem Kennzeichen gesehen haben. An mancher Stelle schien die Zeit, weitab jeglicher Zivilisation, stehen geblieben zu sein. Auch diese Nacht kampierten wir im mehr oder weniger komfortablen Auto und wie genau wie beim letzten Mal weckten mich ernüchternde elf Grad Außentemperatur.  Mitten in der Nacht um 03:20 Uhr ging es für uns weiter in Richtung Bayonne.

ENDLICH waren wir in Spanien angekommen! Mein Navigationssystem führte uns im Baskenland in Richtung Bilbao, direkt an der Autobahn und am Meer entlang.  Das Wetter meinte es nun wirklich gut mit uns. Strahlend blauer Himmel bei 25° C. Eine Wohltat nach den letzten frostigen Nächten in Auto und Zelt. Die letzten Kilometer waren geprägt von der kurvenreichen Küstenstraße und beeindruckenden Viadukten, die sich in schwindelerregender Höhe durch die Ausläufer der Pyrenäen bis hin ins Kantabrische Gebirge zogen.

 

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Unsere erst Etappe endete genau nach 2010 km in Santander, der etwas gestressten Hauptstadt Kantabriens mit knapp 200.000 Einwohnern. Wovor uns meine dort beheimate Freundin im Voraus warnte, bestätigte sich im ersten Eindruck: Paradies sieht anders aus, alles bisschen nüchtern hier. Erst einmal angekommen, zeigte sich die Region mit ihrer schönen Natur und den vielen archäologischen Fundstellen dann aber doch noch von ihrer besten Seite. Santander – Jederzeit eine Reise wert! Welche Abenteuer wir genau erlebten, davon erfahrt Ihr mehr im nächsten Teil.

Bis dahin – eine schöne Zeit – Eure Yvonne
 

5. Juli 2016