JimDrive Abenteuer Roadtrip Teil 4

Die wundervolle Insel Mallorca mit ihren naturbelassenen Kiesstränden, dem türkisfarbenen Wasser, den weiten Bergen und den herzlichen Einwohnern bietet uns ein Stück Heimat in der Ferne.
 

Nachdem wir in 20 Stunden Südspanien durchquerten, konnten wir uns auf der Fähre von Valencia nach Mallorca endlich etwas ausruhen. Die Nacht verbrachten wir auf hoher See und liefen pünktlich um 6.30 Uhr am Morgen in Palma ein. Was für ein Glück! Wir haben uns schnell zurechtgefunden, was nicht annähernd so schwierig war wie in Valencias Großstadttrubel. Das liegt aber wohl auch daran, dass wir diese tolle Insel schon zum wiederholten Male besuchen. Quasi eine Stippvisite. Wir haben den Strand in Can Picafort zu unserem Lieblings-Badestrand auserkoren und wussten als erfahrene Mallorca-Urlauber, dass man diesen nur früh morgens oder abends besuchen sollte. Dann, wenn sich die Pauschaltouristen ihr Essen im Hotel schmecken lassen und man sich an Strand so richtig breitmachen kann. Also verließen wir zügig den Hafen, um noch ein paar Stunden am Wasser genießen zu können. Die Ruhe dort – einfach herrlich!
Damit war es jedoch schnell vorbei, als die Hotelgäste wie Ameisen in Schaaren aus den Anlagen gelaufen kamen. Es war Zeit für uns, die Flucht zu ergreifen. Wir mussten uns ein wenig beeilen, um noch das Frühstück in der Unterkunft zu ergattern.

Angekommen in unserem vorübergehenden Zuhause in Campanet, wurden wir herzlich von Mario, dem Hausherrn, begrüßt.Nach der letzten erlebnisreichen Woche wollten wir den gefühlten Heimaturlaub nun ganz entspannt verbringen. Die Eindrücke vom letzten Besuch sind zum Glück noch nicht verblasst. So erinner ich mich noch ganz genau an unsere fünfstündige, schwindelerregende Tour auf schmalen und steinigen Wegen zum Kloster auf dem Pugi d’ Alaro. Was war ich froh, dass mir keiner auf dem Weg entgegengefahren ist! So richtig vorstellen kann ich mir es ja nicht, wie zwei Autos hier aneinander vorbeifahren sollen, ohne dass eins in den Abgrund rutscht. Für diesen Wagemut wurden wir, oben angekommen, mit einem faszinierenden Ausblick belohnt! Ebenso imposant war die Aussicht vom Berg der Halbinsel Victoria, den wir in etwa 1 1/2 Stunden bezwungen hatten. Auch hier entschädigte uns der Blick über das weite, türkisfarbene Meer und über die gesamte Insel für alle Qualen der Bergwanderung. Unsere „Geheimtipps“ aus dem letzten Urlaub auf Mallorca: Der Freizeitpark „Katmandu“ und die „Pirates Adventure“ Show in Magalau – die sind zwar nicht ganz günstig, aber auf jeden Fall sehr sehenswert!

Aber genug vom letzten Urlaub. Dieses Jahr ließen wir es ruhig angehen – zumindest am ersten Tag. Bereits am nächsten hielt es uns nicht mehr an einem Ort. Gegen Mittag brachen wir in Richtung Alcudia auf, um die alte römische Siedlung Pollentia zu erkunden. In unserem Übereifer vergaßen wir dabei leider vollkommen die Zeit und standen vor verschlossenen Türen. Sonntags sind hier also ab Mittag alle Schotten dicht. Echte Abenteurer kann dies natürlich nicht abschrecken. Statt uns lange zu ärgern, änderten wir kurzerhand unsere Tagesplanung und besuchten die Altstadt von Alcudia. Ich liebe diese Stadt voller geschichtsträchtiger Häuser und maurischer Elemente, die trotz des boomenden Tourismus ihren Charme behalten hat. Am nächsten Tag starteten wir einen zweiten Versuch und konnten nun die Ausgrabungen der römischen Stadt begutachten. Bei Temperaturen um die 35 Grad Celsius war das eine echte Herausforderung. So viel Sonne sind wir Mitteleuropäer offensichtlich nicht gewohnt.
 

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Die nächsten Tage verliefen wie geplant eher ruhig. Die Suche nach unserer „Robinson-Bucht“, wie wir sie letztes Jahr getauft hatten, mussten wir leider aufgeben. Die ruhige Badebucht mit großen Kiessteinen, fernab vom Tourismustrubel, ist ein wunderschönes Fleckchen Erde zum Träumen und Entspannen. Leider ist diese Bucht so weit weg vom Tourismus, dass ich sie beim besten Willen nicht wiederfinden konnte. Insgesamt war unsere Reise, ohne es geplant zu haben, tatsächlich mehr von Geschichte und Kultur geprägt, als von Mallorcas schönen Stränden.

Am letzten Tag in Mario’s Parador saßen wir in familiärer Atmosphäre bei einem authentisch argentinischen BBQ zusammen. Von argentinischen Würstchen über Spareribs, bis hin zum köstlichsten Rinderfilet – Essen so weit das Auge reicht! Die Argentinier wissen, wie ein Grillabend auszusehen hat! Mit unseren Mitbewohnern der letzten Zeit war es wirklich wie gesucht und gefunden. Wir verstanden uns blendend und verbrachten gemeinsam sehr schöne Tage bei Mario. Zum Abschied ließen wir es uns noch mal richtig gut gehen.

 

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Unser nächstes Ziel war dann Felantrix im Süden der Insel. Meine Freunde, Günter (Gust) und Martina haben sich dort auf einer kleinen Anhöhe mit einem atemberaubenden Blick auf die Cala Murada niedergelassen. Eine traumhafte Aussicht, die einen fast ein bisschen neidisch machen kann. Umso dankbarer sind wir, dass wir ihre Gäste sein durften. Auch wenn meine zwei Wasserratten Ara und Paul schwer aus dem Pool zu bekommen waren, konnte ich sie doch noch für zwei weitere Erkundungstouren begeistern. Für nur sieben Euro machten wir eine der beliebten Touren durch die La Seu, Palmas imposante Kathedrale. Viele Künstler verschiedener Epochen hinterließen hier ihre Spuren: Riesige Facettenfenster, beeindruckende Portale und detailverliebte Altäre zeichnen Palmas Wahrzeichen aus. Durch die 5 Rosetten und 60 Glasfenster der Kathedrale scheint am Morgen die Sonne und taucht den Kircheninnenraum in ein unbeschreibliches Farbenmeer.
 

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Am gleichen Tag stattete ich außerdem meinem lieb gewonnenen Kloster Sant Salvador einen Besuch ab, welches ich bereits im letzten Jahr entdeckte. Nicht nur die Aussicht über die ganze Insel macht den Ort einzigartig. In der kleinen Kapelle finden lediglich etwa 40 Gläubige Platz und die Atmosphäre ist schlichtweg überwältigend. An der Seite des Kirchenschiffes befindet sich ein Kästchen, mit einer Aufschrift und der Bitte um 2 Euro. Doch es handelt sich nicht um eine herkömmliche Kollekte. Nachdem ich das Geld in das Kästchen geschmissen habe, passierte etwas so faszinierendes, dass ich über den gesagten Körper eine Gänsehaut verspürte. Wisst Ihr was: ich möchte Euch diesen beeindruckenden Moment nicht nehmen! Wenn Ihr diesen Ort ein Mal besuchen solltet, dann werft die 2 Euro ins Kästchen und lasst Euch überraschen!

Nach einem letzten Faulenzertag am Pool meiner Freunde, mussten wir auch wieder unsere sieben Sachen packen. Die Fähre wartet nicht, also legten wir pünktlich um 12:30 Uhr in Richtung Barcelona ab. Für uns ist das Erholung auf hoher See. Was uns in Olot, in Spaniens Pyrenäen und auf unserer Heimfahrt noch alles erwartete, erfahrt ihr im nächsten Teil. Soviel sei verraten: Es bleibt spannend!

 

Bis dahin …Eure Yvonne
 

27. Juli 2016